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Im ersten und zweiten Schuljahr werden Singspiele, Reigen und rhythmische Spiele ausgeführt, deren Inhalte häufig aus der Welt der Märchen entnommen werden. In den Klassen drei bis fünf stehen das Spielen und Bewegen an Geräten und die Grundfertigkeiten des Kletterns, Springens und Werfens im Vordergrund. Die Phantasie des Kindes wird aber weiterhin angesprochen, denn die Geräte verwandeln sich nun in Berge oder Flüsse, die man überqueren bzw. überwinden muss. Erst im Anschluss an den in der 4. und 5. Klasse erteilten Schwimmunterrichtes, werden die leichtathletischen Grundformen eingeführt und geübt (z.B. Ballwerfen, Weit- und Hochsprung). An den Geräten wird weiterhin balanciert, geklettert, geschaukelt usw.

„Segle! – Singe! – Summe! – Sause!“ Hin und Her – auf und nieder lassen die Erstklässler an langen Fäden die Wäscheklammern schwingen, hinter denen bunte Krepppapierbänder flattern. Der Besucher, der die Kinder auf dem Schulhof oder einer Waldlichtung bei ihrer munteren Beschäftigung beobachtet, mag ihre roten Wangen bemerken und sich freuen, dass sie eine schöne Spielstunde haben. Aber wird er darauf kommen, dass sie gerade Schreiben lernen? Schier unermüdlich lassen sie ihre Luft-Schlangen in Achterfiguren s-s-sausen und s-s-summen. Wenn sie genug davon haben – oder besser noch ein wenig vorher – ruft der Lehrer sie wieder in die Klasse. Und wenn sie diese Formen nun in ihr Heft malen, wird sich der Buchstabe für den „Sauselaut“ – das S – wie von selbst ergeben.

 

Anthroposophie ist eine spirituelle Philosophie, die grundlegende Fragen des Menschseins reflektiert: unsere künstlerischen Bedürfnisse, den wissenschaftlichen Antrieb, sich zur Welt in eine klare Beziehung zu setzen und das Verlangen, ausschließlich auf der Basis des eigenen Urteils in Freiheit zu leben.

Es ist ein wolkenloser, sonniger, warmer Frühsommertag. Wir befinden uns auf einem langen Spaziergang, sind müde geworden, spüren unsere Muskeln und Gelenke, und die Gespräche sind fast verstummt. Nun reicht jemand ein frisches, kühles, mit ein wenig Kohlensäure angereichertes Mineralwasser! Schon die kalte Flasche lässt die Hand etwas kräftigerzupacken, auf der Zunge entsteht ein angenehmes Kribbeln, eine klare frische Säuerlichkeit verdrängt den faden Geschmack und die leichte Klebrigkeit im Mundraum, nach den ersten Schlucken hört man ein befreiendes „Aaah!“ und die Unterhaltungen setzen wieder ein. Es ist als ob die kleine Wandergesellschaft wieder wachgeworden ist und nun bewusst die Welt genießen und sich darüber austauschen kann.

Warum führen Waldorfschulen noch ganz selbstverständlich Klassenreisen durch? Warum leisten sie sich diesen enormen Arbeitsaufwand an Vorbereitung und die 24-Stunden-Tage der Begleiter während der Fahrten? Warum bringen die Eltern die zusätzlichen finanziellen Aufwendungen u.a. für Fahrtkosten, Ausrüstung, Kleidung auf? Worin liegen die pädagogischen Impulse für die Fahrten? Warum sind die sozialen Herausforderungen, die Grenzerlebnisse der Beteiligten so wichtig?

Bei der Frage nach dem Umgang mit Computern und Medien an der Waldorfschule erntet man oft ein tiefes Luftholen – und zum Schluss hat man dann doch keine einfache Antwort. Schnell wird deutlich, dass dieser Bereich kräftig in Bewegung ist. Wir stehen vor der Herausforderung, dass heute die Angebote der digitalen Welt selbst einem Laien oder Kleinkind in verblüffend einfacher Weise zugänglich gemacht werden. Eine besondere Ausbildung ist nicht mehr notwendig für die Bedienung von Computern und anderen Medien.

Die Waldorfpädagogik richtet sich allerdings nicht nach Machbarkeit oder der Befriedigung geweckter Bedürfnisse, sondern verfolgt den Ansatz, den Kindern altersgerecht die Welt erlebbar, begreifbar und auch in Freiheit verwandelbar zu machen.

Eltern wissen heute, dass jedes Kind für eine gesunde Entwicklung die ihm gemäßen Anregungen braucht, um weiter voranzukommen. Nicht nur die Ausbildung von in PISA-Tests nachprüfbaren Fertigkeiten gehören dazu, sondern emotionale Intelligenz ebenso wie Handlungskompetenz.
Bereits im Jahre 1907 hielt Rudolf Steiner Vorträge, in denen er die methodischen Ansätze der Anthroposophie auf die Erziehung des Kindes hin anwandte und so zu Forderungen kam, die für das damalige Schul- und Erziehungswesen revolutionär waren. Steiner geht von dem Gedanken aus, dass die Entwicklung des Menschen sich nach Leib, Seele und Geist in konkret nachvollziehbaren Stufen vollzieht.